Glaube und Gemeinschaft

Gedanken zum Jahreswechsel

Pfarrverband Waldkirchen am 31.12.2025

Ein Jahr geht zu Ende. Viel hat sich ereignet seit dem 1. Januar 2025, viele Wege sind wir gegangen: mit Freude, Leichtigkeit und Dankbarkeit, aber auch mit Sorge, Zweifel, Trauer und Müdigkeit. Bei alledem dürfen wir am Übergang in ein neues Jahr innehalten und bekennen: Die Hoffnung hat uns getragen. In der Tat: In der Kirche war es ein „Heiliges Jahr“. Papst Franziskus hat ihm das Motto „Pilger der Hoffnung“ gegeben. Hoffnung ist mehr als ein optimistischer Gedanke. Sie ist eine Kraft, die von Gott kommt. Sie sieht nicht weg vor den Wunden und Problemen der Welt, sondern hält ihnen stand. Sie sagt nicht: „Alles wird gut“, sondern: „Du bist nicht allein.“

Der Apostel Paulus schreibt: „Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen.“ (Röm 5,5) Das Heilige Jahr der Hoffnung geht zu Ende, aber die Hoffnung bleibt. Sie ist kein Abschluss, sondern ein Weggefährte. Sie richtet uns auf, wenn Sorgen schwer werden, und sie erinnert uns daran: Gott ist treu. Die Hoffnung geht mit uns weiter: In das Ungewisse, in neue Aufgaben, in persönliche und gesellschaftliche Herausforderungen. Sie bewahrt uns davor, zu resignieren oder zu verbittern. Sie öffnet den Blick für das, was wachsen kann, selbst da, wo Hoffnung angeblich am Sterben ist.

Als Christinnen und Christen wissen wir: Unsere Hoffnung hat einen Namen. Sie gründet in Jesus Christus, der mit uns geht – gestern, heute und in Ewigkeit. Aus dieser Hoffnung dürfen wir leben, handeln und einander stärken. So legen wir das vergangene Jahr dankbar in Gottes Hände und vertrauen ihm das Neue an. Wir brauchen nicht aus eigener Kraft gehen. Die Hoffnung bringt uns weiter und voran.

Von Herzen danke ich allen, die sich als Hoffnungsmenschen im vergangenen Jahr in den Pfarreien Böhmzwiesel, Karlsbach und Waldkirchen eingebracht haben. Der Anfang von 2026 wird von den Pfarrgemeinderatswahlen geprägt sein. Jetzt schon danke ich allen, die sich für dieses wertvolle Amt zur Verfügung stellen und so der Hoffnung ein Gesicht geben.

 

Guter Gott,

wir stehen an der Schwelle eines neuen Jahres.

Wir legen das alte Jahr in deine Hand zurück.

Wir danken für das Heilige Jahr der Hoffnung,

für Zeichen des Aufbruchs,

für deine Nähe auf unseren Wegen.

 

Begleite uns in das neue Jahr.

Schenke uns eine Hoffnung,

die tiefer reicht als unsere Sorgen

und stärker ist als unsere Angst.

 

Lass uns darauf vertrauen,

dass du mit uns gehst –

auch dort, wo wir den Weg noch nicht sehen.

Erneuere unseren Mut,

unsere Liebe und unseren Glauben.

 

So legen wir unser Leben,

unsere Pfarreien und die ganze Welt

in deine Hände:

Gestern, heute und in Ewigkeit. Amen.

 

Viel Segen wünscht Pfarrer Michael Nirschl

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